Wenn Dir ein Mensch ein Unrecht tut,
und wird es Dir zu bunt,
beschimpfst Du ihn in Deiner Wut,
und nennst ihn einen Hund!

Bedenkst nicht, dass Dein treues Tier
nie so sein könnt wie der,
der Name Hund ist, glaube mir,
ein Schimpfwort nimmermehr.

Ein treues Herz, ein treuer Blick,
das gibt`s noch auf der Welt,
denn auch im Schmerz, nicht nur im Glück
ein Wesen zu Dir hält.

Doch suchst bei Menschen Du die Treu,
vergeblich suchst Du da aufs Neu,
in Leid und Freud, zu jeder Stund,
hält einer zu Dir: Dein Hund!

Er dankt für jedes kleinste Stück
und blickt Dich an beseelt,
er spricht zu Dir mit seinem Blick,
weil ihm die Sprache fehlt.

Erkenne den Wert, bevor`s zu spät,
sei gut zu Deinem Tier!
Denn wenn Dein Hund zu Grunde geht,
hält niemand mehr zu Dir.

Nur wer wie ich den Hund verlor,
der ihm von Herzen lieb,
versteht es, was in mir ging vor,
als ich den Spruch ihm schrieb.

Treu war sein Blick und treu war er
bis zur letzten Stund.
Er war mir lieber als ein Mensch,
war er auch nur ein Hund!

Ein treues Herz, ein treuer Blick,
verloren hab ich ihn,
es ging von meinem Herz ein Stück
mit meinem Hund dahin.

Jetzt such bei Menschen ich die Treu,
vergeblich such ich da aufs Neu,
in Leid und Freud, zu jeder Stund,
war mir nur einer treu: MEIN HUND!


(Verfasser unbekannt)

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